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KNICK-SENKFUSS

Knick-Senkfuß – wenn die Ferse nach außen kippt

Beim Knick-Senkfuß kippt die Ferse nach außen, und das Längsgewölbe sinkt ab. Der Fuß rollt zu stark über den Innenrand ab – im Fachwort überproniert er. Von hinten betrachtet steht die Ferse nicht mehr gerade unter dem Unterschenkel, sondern schräg, und neben der Achillessehne schauen mehr Zehen hervor, als es sollten.

Entscheidend ist, ob die Fehlstellung noch beweglich ist. Richtet sich das Gewölbe im Zehenstand wieder auf, ist der Fuß flexibel – dann lässt sich viel erreichen. Bleibt er auch dann flach, ist die Fehlstellung eingesteift, und die Behandlung ist eine andere.

Wie ein Knick-Senkfuß entsteht

Bei Kindern ist ein weiches Gewölbe zunächst normal: Fast jedes Kleinkind hat flache Füße, das Gewölbe baut sich bis etwa zum zehnten Lebensjahr von selbst auf. Bleibt das aus, spricht man vom kindlichen Knick-Senkfuß. Bei Erwachsenen war der Fuß dagegen meist einmal in Ordnung und sinkt später ab – am häufigsten, weil die Sehne des hinteren Schienbeinmuskels nachgibt, die das Gewölbe von innen hält.

  • Veranlagung – auffällig oft sind Eltern und Kinder gleichermaßen betroffen
  • Sehr nachgiebige Bänder, eine allgemeine Bandlaxizität
  • Übergewicht, das dauerhaft auf ein weiches Gewölbe drückt
  • Eine verkürzte Wadenmuskulatur, die die Ferse nach oben zieht
  • Nachgeben der Tibialis-posterior-Sehne im Erwachsenenalter
  • Knöcherne Ursachen wie eine Coalitio – eine Brücke zwischen zwei Fußwurzelknochen

Symptome

Ein Knick-Senkfuß tut lange gar nicht weh. Beschwerden entstehen meist nicht durch die Fehlstellung selbst, sondern durch das, was sie den Sehnen und Bändern abverlangt.

Schmerz am Innenrand

Ein Ziehen unterhalb des Innenknöchels, dort wo die Sehne des hinteren Schienbeinmuskels verläuft – anfangs nur nach langem Stehen oder Gehen.

Rasche Ermüdung

Die Füße werden schnell müde. Kinder wollen auf Wanderungen getragen werden, Erwachsene meiden längere Strecken, ohne es bewusst zu entscheiden.

Druck und Schuhprobleme

Der Schuh tritt sich innen schief. Außen unterhalb des Knöchels entsteht ein Engegefühl, weil das Fersenbein dort anstößt.

Wann Sie nicht abwarten sollten

Ein schmerzfreier, beweglicher Knick-Senkfuß braucht bei Kindern oft gar keine Behandlung. Anders ist es, wenn der Fuß weh tut, wenn nur eine Seite betroffen ist, wenn die Fehlstellung in kurzer Zeit zunimmt oder wenn sich der Fuß im Zehenstand nicht mehr aufrichtet.

Bei Erwachsenen ist ein Fuß, der erst im Lauf der Jahre absinkt und innen schmerzt, ein Grund, früh nachzusehen. Je länger die Sehne überdehnt wird, desto eher wird aus einer beweglichen eine steife Fehlstellung – und damit aus einem kleinen Eingriff ein großer.

Behandlungsmöglichkeiten beim Knick-Senkfuß

Am Anfang steht immer die konservative Behandlung: Einlagen, die das Gewölbe stützen und die Ferse aufrichten, dazu Dehnen der Wade und Kräftigen der Fußmuskulatur. Bei Kindern kommt Zeit dazu – vieles wächst sich aus.

Bleiben die Schmerzen trotzdem und ist der Fuß noch beweglich, kommt ein kleiner Eingriff infrage: die subtalare Arthrorise. Dabei wird ein Implantat in den Sinus tarsi gesetzt, den Kanal zwischen Sprungbein und Fersenbein. Es verankert sich nicht im Knochen, sondern wirkt wie ein Anschlag, der das Wegkippen begrenzt, ohne die Bewegung aufzuheben.

Häufige Fragen zum Knick-Senkfuß

Mein Kind hat Plattfüße – muss das behandelt werden?
Meistens nicht. Bis etwa zum zehnten Lebensjahr baut sich das Gewölbe von selbst auf, und ein schmerzfreier, beweglicher Fuß braucht weder Einlagen noch Übungen. Genauer schauen wir hin, wenn der Fuß weh tut, wenn nur eine Seite betroffen ist oder wenn er sich im Zehenstand nicht aufrichtet.
Helfen Einlagen wirklich?
Gegen Beschwerden ja – sie entlasten die Sehne am Innenknöchel, und dafür sind sie da. Dass Einlagen die Fehlstellung dauerhaft korrigieren, ist dagegen nicht belegt. Wir verordnen sie deshalb gegen Schmerzen, nicht als Formkorrektur.
Wie lange bleibt das Implantat im Fuß?
In der Regel ein bis zwei Jahre. Bei Kindern hat das Gewölbe in dieser Zeit gelernt, sich selbst zu halten; nach dem Entfernen kippt der Fuß meist nicht zurück. Wer beschwerdefrei ist und es behalten möchte, kann es auch liegen lassen.
Wie sicher ist der Eingriff?
Er ist klein und gut zu korrigieren – das ist sein größter Vorteil. Die häufigste Nebenwirkung ist ein Druckgefühl oder Schmerz im Sinus tarsi selbst, und sie ist auch der häufigste Grund, das Implantat früher zu entfernen. Das betrifft in den Studien einen spürbaren Teil der Operierten, und wir sprechen vorher darüber.
Kann ich danach wieder Sport machen?
Ja. Der Alltag ist nach etwa sechs Wochen wieder uneingeschränkt möglich, Sport meist nach drei Monaten, laufintensive Sportarten zuletzt. Bei Kindern ist eher das Bremsen die Aufgabe als das Motivieren.
Und wenn der Fuß schon steif ist?
Dann hilft die Arthrorise nicht mehr – sie setzt voraus, dass sich der Fuß aufrichten lässt. Bei eingesteifter Fehlstellung führen Umstellungen am Knochen oder das Versteifen einzelner Gelenke weiter. Was infrage kommt, besprechen wir anhand der Untersuchung und eines Röntgenbildes im Stehen.

Unsere Fuß-Experten

Spezialisten für Fußfehlstellungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen