SUBTALARE ARTHRORISE
- Methode
- Implantat im Sinus tarsi begrenzt das Wegkippen der Ferse
- Dauer
- 20 bis 40 Minuten
- Erholungszeit
- 6 Wochen bis 3 Monate
Beim flexiblen Knick-Senkfuß kippt die Ferse nach außen und das Längsgewölbe sinkt ab. Zwischen Sprungbein und Fersenbein liegt ein trichterförmiger Kanal, der Sinus tarsi – genau der Raum, der sich beim Wegkippen zusammenschiebt.
Die subtalare Arthrorise setzt dort ein Implantat hinein. Es versteift nichts und wird nicht im Knochen verankert, sondern wirkt wie ein Anschlag: Es begrenzt die Bewegung, ohne sie aufzuheben. Der Fuß richtet sich auf und bleibt beweglich.
Ablauf der Operation
Der Eingriff dauert selten länger als eine halbe Stunde. Über einen kleinen Schnitt seitlich unterhalb des Außenknöchels wird der Sinus tarsi aufgesucht und ein Führungsdraht eingelegt. Über ihn lässt sich mit Probeimplantaten austesten, welche Größe die Ferse gerade so aufrichtet, ohne die Bewegung zu blockieren.
Wir verwenden das TarsiTree System. Es gibt zwei Formen – eine konische mit breiter Auflage und eine taillierte, die tiefer sitzt – in je sechs Größen.
Die Korrektur wird noch auf dem Tisch geprüft: Die Ferse soll gerade unter dem Unterschenkel stehen, der Fuß sich weiterhin nach innen und außen bewegen lassen. Ein zu großes Implantat drückt, ein zu kleines korrigiert nicht.
Ist die Wade verkürzt und zieht die Ferse nach oben, wird sie im selben Eingriff verlängert. Sonst arbeitet sie gegen die Korrektur.
Wann der Eingriff infrage kommt
Voraussetzung ist ein Fuß, der sich noch aufrichten lässt – im Zehenstand oder in der Untersuchung. Ist die Fehlstellung eingesteift, hilft das Implantat nicht; dann führen Umstellungen am Knochen weiter.
Davor steht immer die konservative Behandlung: Einlagen, Dehnen, Kräftigen, bei Kindern auch einfach Zeit. Wir operieren, wenn der Fuß trotzdem weh tut und die Beschwerden den Alltag bestimmen – nicht, weil ein Röntgenbild eine Fehlstellung zeigt.
Nachbehandlung nach der Arthrorise
Der Eingriff ist klein, die Nachbehandlung entsprechend überschaubar. Der Fuß braucht vor allem Zeit, sich an die neue Stellung zu gewöhnen.
Phase I (0–2 Wochen): Anlaufen
- Belastung im Verbandschuh oder bequemen Konfektionsschuh nach Beschwerden
- Hochlagern und Kühlen in den ersten Tagen
- Wundkontrolle, Fäden nach etwa zwei Wochen
- Ein Ziehen im Sinus tarsi in den ersten Wochen ist normal
Phase II (2–6 Wochen): Gewöhnung
- Schrittweise zurück in den normalen Schuh und in den Alltag
- Physiotherapie: Dehnen der Wade, Kräftigen der Fußmuskulatur
- Gangschulung – der Fuß rollt jetzt anders ab als gewohnt
Ab Woche 6: Belastung und Sport
- Der Alltag ist in der Regel wieder uneingeschränkt möglich
- Sport nach etwa drei Monaten, laufintensive Sportarten zuletzt
- Kontrolle nach einem Jahr; das Implantat wird meist nach ein bis zwei Jahren entfernt
- Hält ein Druckschmerz im Sinus tarsi an, kann es früher heraus
Unsere Fuß-Experten
Spezialisten für Fußfehlstellungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen