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KORRIGIERENDE KNOCHENOPERATION

Methode
Durchtrennen, Ausrichten und Stabilisieren des Knochens
Dauer
etwa 90 Minuten
Erholungszeit
4 bis 6 Monate

Ist das Wachstum nahezu oder vollständig abgeschlossen, lässt sich die Beinachse nicht mehr über die Wachstumsfuge lenken – es fehlt schlicht das Wachstum, das die Korrektur leisten würde. Dann wird die Achse direkt am Knochen korrigiert.

Der Knochen wird dafür durchtrennt, in die gewünschte Stellung gebracht und mit einer Platte in dieser Stellung gehalten, bis er verheilt ist. Anders als bei der Wachstumslenkung ist die Korrektur sofort da – dafür ist der Eingriff größer und die Nachbehandlung länger.

Oberschenkel oder Schienbein?

Entscheidend ist, wo die Fehlstellung sitzt. Das zeigt eine Ganzbeinaufnahme im Stehen, auf der sich die Achse vermessen lässt. Korrigiert wird dort, wo die Abweichung entsteht – sonst steht zwar das Bein gerade, aber das Gelenk schief.

Beim X-Bein liegt die Ursache meist am körpernahen Ende des Oberschenkelknochens; korrigiert wird dann am Oberschenkel. Beim O-Bein sitzt sie meist am Schienbeinkopf, also unterhalb des Knies.

Bei Jugendlichen ist das Vorgehen dasselbe wie bei Erwachsenen – nur die Frage nach dem Zeitpunkt stellt sich anders. Beide Eingriffe beschreiben wir ausführlich auf eigenen Seiten:

Warum man bei Jugendlichen abwartet

Solange eine Wachstumsfuge offen ist, wird sie beim Durchtrennen des Knochens leicht verletzt – und eine geschädigte Fuge wächst danach schief weiter. Aus einer Korrektur würde so eine neue Fehlstellung.

Deshalb gilt: Solange genug Wachstum da ist, ist die Wachstumslenkung der schonendere Weg. Die Umstellung am Knochen kommt danach – und dann meist nur einmal.

Nachbehandlung nach der Umstellung

Der Knochen muss heilen, und das braucht seine Zeit. Die Nachbehandlung entspricht der bei Erwachsenen; Jugendliche kommen damit meist schneller zurecht.

Phase I (0–6 Wochen): Entlastung
  • Teilbelastung an Unterarmgehstützen nach ärztlicher Vorgabe
  • Frühe Beweglichkeit des Knies, damit es nicht steif wird
  • Thromboseprophylaxe nach ärztlicher Anordnung
  • Röntgenkontrolle nach sechs Wochen
Phase II (6–12 Wochen): Belastungsaufbau
  • Schrittweiser Übergang zur Vollbelastung, sobald der Knochen trägt
  • Physiotherapie: Gangschulung, Kräftigung, Beweglichkeit
  • Radfahren und Schwimmen meist wieder möglich
Ab Monat 3: Zurück in den Sport
  • Laufen und Sport nach Absprache, meist ab dem vierten Monat
  • Kontaktsport zuletzt
  • Die Platte kann nach vollständiger Heilung entfernt werden, muss aber nicht

Kinder- und Jugendorthopädie

Fachärztliche Beurteilung von Wachstum, Beinachsen und Fehlstellungen