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RISS LANGE BIZEPSSEHNE

Riss der langen Bizepssehne

Der lange Kopf der Bizepssehne verläuft von der Schulterpfanne (Glenoid) durch das Schultergelenk in Richtung Oberarm. Ein Riss der langen Bizepssehne (auch Bizepssehnenruptur) ist eine häufige Verletzung, bei der diese Sehne ganz oder teilweise abreißt. Betroffen sind meist Männer über 40 Jahre, aber auch sportlich aktive Menschen oder Patienten mit degenerativen Veränderungen im Schulterbereich.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum reißt die lange Bizepssehne?

Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass Durchblutungsstörungen der Sehne, degenerative Prozesse und Stoffwechselveränderungen eine Rolle spielen.

  • Verschleiß im Rahmen einer chronischen Sehnenschädigung (Degeneration)
  • Plötzliche Belastung, z. B. beim Heben schwerer Gegenstände
  • Begleitverletzung bei Schulterproblemen wie Rotatorenmanschettenriss oder Impingement-Syndrom

Was begünstigt einen Riss der langen Bizepssehne?

Ein Riss der langen Bizepssehne entsteht häufig auf dem Boden bereits vorgeschädigter Strukturen. Verschiedene Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Sehnenriss kommt – insbesondere bei alltäglicher oder sportlicher Belastung.

  • Alter über 40 Jahre
  • Überkopfarbeiten oder Wurfsportarten
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus

Symptome

Ein Riss der langen Bizepssehne tritt häufig plötzlich und unerwartet auf – etwa beim Heben eines schweren Gegenstands oder bei einer ruckartigen Bewegung. In vielen Fällen ist der Moment des Sehnenrisses durch einen stechenden Schmerz an der Schulter deutlich spürbar. Doch nicht immer ist die Verletzung sofort als solche erkennbar: Nach dem initialen Schmerz lässt dieser oft rasch nach, wodurch der Ernst der Situation unterschätzt wird.

Dennoch gibt es typische Anzeichen, die auf einen Sehnenriss hindeuten. Diese sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden – insbesondere dann, wenn Sie einen spürbaren Kraftverlust, eine sichtbare Muskelveränderung oder Bewegungseinschränkungen bemerken.

Schmerzen

Plötzlicher, stechender Schmerz an der Vorderseite der Schulter, häufig in Verbindung mit einem „Schnalzen" oder Reißgefühl – meist bei Belastung oder plötzlicher Anspannung

Deutliche Muskelverformung

Der Muskelbauch des Bizeps zieht sich in Richtung Ellenbogen zurück und wölbt sich sichtbar – dieses Phänomen wird als „Popeye-Zeichen" bezeichnet

Bluterguss

Bluterguss (Hämatom) im Bereich des Oberarms, manchmal auch an der Schultervorderseite

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Risses der langen Bizepssehne richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden, dem Alter, dem körperlichen Anspruch des Patienten sowie dem individuellen Funktionsverlust. Wichtig zu wissen: Ein solcher Riss ist nicht gefährlich, aber er kann unbehandelt zu dauerhaften Kraftdefiziten, Bewegungseinschränkungen oder kosmetisch störenden Muskelverformungen führen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen konservativer (nicht-operativer) und operativer Therapie. Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, wird nach einer gründlichen Diagnostik gemeinsam mit dem Patienten entschieden.

Therapieoptionen

Konservativ und operativ – wir finden den passenden Weg

Konservativ

Schonung und Entlastung in der Anfangsphase

In den ersten Tagen bis Wochen nach dem Sehnenriss sollte der betroffene Arm möglichst nicht belastet werden. Vermeiden Sie in dieser Zeit insbesondere schweres Heben oder Tragen, ruckartige Armbewegungen sowie Überkopfarbeiten oder Zugbelastungen, wie sie zum Beispiel bei Gartenarbeit oder Heimwerken auftreten. Eine vorübergehende Ruhigstellung des Arms in einer Schlinge kann in der Akutphase hilfreich sein, um Schmerzen zu lindern und die Sehne zu entlasten. Wichtig ist jedoch, dass diese Ruhigstellung nicht zu lange erfolgt, da sonst das Risiko einer Einsteifung der Schulter deutlich zunimmt.

Konservativ

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung

Zu Beginn der Behandlung wird häufig eine medikamentöse Therapie zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.

Konservativ

Physiotherapie

Eine gezielte Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle. Zunächst wird das Ziel verfolgt, den Bewegungsumfang des Armes zu erhalten und Muskelatrophie zu verhindern. Nach der akuten Phase wird die Therapie intensiviert, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Operativ

Arthroskopische Rekonstruktion der langen Bizepssehne

Dies ist eine minimal-invasive Methode, bei der durch kleine Einschnitte im Hautbereich und mit Hilfe einer Kamera (Arthroskop) die Sehne wieder fixiert wird. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie mit einer kürzeren Heilungszeit und weniger Schmerzen verbunden ist.

Operativ

Offene Chirurgie

In selteneren Fällen kann eine offene Operation erforderlich sein, bei der die Sehne direkt am Oberarmknochen fixiert wird.

Häufige Fragen zum Riss der langen Bizepssehne

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Riss der langen Bizepssehne und dessen Behandlung.

Wie merkt man, dass die Bizepssehne gerissen ist?
Meist spürt man einen plötzlichen, stechenden Schmerz an der Schultervorderseite, oft begleitet von einem hörbaren „Schnappen". Kurz danach kann eine sichtbare Muskelverformung („Popeye-Zeichen") auftreten. Auch Kraftverlust beim Heben und Drehen des Arms ist typisch.
Ist ein Riss der langen Bizepssehne gefährlich?
Nein – der Riss ist nicht gefährlich, kann aber funktionell und kosmetisch belastend sein. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um dauerhafte Schwächen oder Bewegungseinschränkungen zu vermeiden.
Muss ein Bizepssehnenriss immer operiert werden?
Nicht zwingend. Bei älteren oder weniger aktiven Patient:innen ist oft eine konservative Behandlung ohne Operation ausreichend. Bei jüngeren, sportlich oder beruflich stark belasteten Personen wird jedoch häufig eine operative Versorgung empfohlen.
Kann ich mit einem Bizepssehnenriss weiter trainieren oder arbeiten?
Leichte Alltagsbewegungen sind nach kurzer Zeit wieder möglich. Sport oder körperlich belastende Tätigkeiten (v. a. mit dem betroffenen Arm) sollten jedoch erst nach ärztlicher Rücksprache und abgeschlossener Rehabilitation wieder aufgenommen werden.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Neben der klinischen Untersuchung erfolgt die Diagnose meist durch Röntgenaufnahmen, in denen das Kalkdepot sichtbar wird. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung oder ein MRT durchgeführt werden, um Entzündungen oder Schleimbeutelbeteiligung zu beurteilen.
Was passiert, wenn man den Riss nicht behandeln lässt?
Unbehandelt kann es zu dauerhaftem Kraftverlust und einer bleibenden Muskelverformung kommen. Manche Patienten empfinden dies rein optisch als störend, andere berichten von Einschränkungen bei körperlicher Arbeit oder Sport.
Wie sieht die Narbe nach einer Operation aus?
Die Operation kann in vielen Fällen minimalinvasiv (arthroskopisch) durchgeführt werden, sodass die Narbe sehr klein und unauffällig bleibt. Bei offener OP entstehen meist nur wenige Zentimeter lange Narben im Bereich des Oberarms.

Unser Schulter-Experte

Erfahrene Spezialisten für Bizepssehnenverletzungen und Schulterchirurgie