Patellaluxation
Patellaluxation
Patellaluxationen kommen mit einer Inzidenz von 7 pro 100.000 Patientinnen relativ häufig vor und betreffen vor allem jüngere Menschen, meist mit einem Durchschnittsalter von etwa 21 Jahren. Die Erstluxation ist häufig ein traumatisches Ereignis. Hiernach berichten 30-50% der Patientinnen von einem anhaltenden Gefühl der Instabilität sowie anhaltenden Schmerzen im vorderen Kniebereich.
In 90% der Fälle tritt die erstmalige Luxation aufgrund eines Bagatelltraumas auf – das heißt, es kommt zu keinem Sturz und es gibt keine direkte Gewalteinwirkung, etwa durch Gegnerkontakte im Sport oder ähnliches. Die Ursachen hierfür liegen meist in einem oder mehreren zugrunde liegenden anatomischen Veränderungen des Kniegelenks oder sogar des gesamten Ober- oder Unterschenkels.
Daher ist es von großer Bedeutung, im Rahmen der Therapieempfehlung eine genaue Analyse durchzuführen. In der Sportklinik Freiburg erfolgen jährlich mehrere hundert Eingriffe zur Stabilisierung der Patella sowie Revisionseingriffe nach vorherigen Operationen.
Was passiert bei einer Patellaluxation?
Definition
Eine Patellaluxation bezeichnet das vollständige Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer physiologischen Gleitrinne (Trochlea femoris) am Oberschenkelknochen. Meist springt die Kniescheibe dabei nach außen (lateral) aus dem Gleitlager. Dies kann zu einem Reizzustand des Kniegelenks, Schwellung, Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit führen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine akute Erstluxation, sie kann aber auch rezidivierend (wiederholt) auftreten.
Ursachen
Die Patellaluxation kann durch traumatische oder anatomisch bedingte Faktoren entstehen:
- Unfallbedingte Erstluxation (z. B. Drehsturz beim Sport)
- Flache oder dysplastische Trochlea (Gleitrinne)
- Hochstehende Kniescheibe (Patella alta)
- Gesteigerter Q-Winkel / Valgus-Beinachse
- Hypermobilität (z. B. bei Bindegewebsschwäche)
- Fehlrotationen des Oberschenkels (z. B. vermehrte Innenrotation)
- Kombination aus Trauma und anatomischer Prädisposition
Schweregrad
Medizinisch lässt sich die Patellaluxation anhand der Begleitverletzungen und Stabilitätsproblematik in verschiedene Schweregrade unterteilen
- Erstluxation ohne Folgeschäden
Meist traumatisch bedingt, mit spontaner Rückverlagerung der Kniescheibe und ohne bleibende Schäden. - Erstluxation mit strukturellen Schäden
Zum Beispiel mit Abriss des MPFL (mediales patellofemorales Ligament) oder Knorpelabsplitterungen. - Habituelle oder rezidivierende Luxationen
Wiederholtes Herausspringen der Kniescheibe, oft bei Alltagsbewegungen – Zeichen chronischer Instabilität.
Heilungspotenzial
Das Heilungspotenzial nach einer Patellaluxation hängt maßgeblich von der Art der Verletzung und den anatomischen Voraussetzungen ab.
- Nach einer Erstluxation ohne strukturelle Schäden besteht ein gutes Heilungspotenzial unter konservativer Therapie – insbesondere bei sportlich aktiven Patienten mit stabiler Gelenkführung.
- Kommt es wiederholt zur Luxation oder bestehen Begleitschäden (z. B. MPFL-Ruptur, Knorpelverletzungen), ist häufig ein operativer Eingriff notwendig – etwa eine MPFL-Rekonstruktion, medialisierende Tuberositasversetzung oder Trochleaplastik.
- Bei konsequenter Nachbehandlung und individuell abgestimmtem Rehabilitationsplan kann die volle Sportfähigkeit in vielen Fällen wieder erreicht werden.
Symptome
Fehlstellung der Kniescheibe
Die Kniescheibe springt sichtbar nach außen aus dem Kniegelenk und kann dort auch verhaken
Erguss
Die Zerreißung des Bandapparates und etwaige Knorpelschäden führen zur einem Erguss
Schmerzen
Die Luxation ist sehr schmerzhaft. Evtl. Knorpelschäden schmerzen bei Belastung
Das Kniegelenk im Detail
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Behandlungsmöglichkeiten einer Patellaluxation
Therapieoptionen
Konservativ und operativ – wir finden den passenden Weg
Physiotherapie
Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Koordination
Schienenbehandlung
Spezielle Bandagen stabilisieren die Patella
Medikamentös
Anti-entzündliche und schmerlindernde Medikamente (nur zur Behandlung akuter Schmerzen)
MPFL-Plastik
Bandplastik aus eigener Sehne -stabilisiert Patellagleiten in Streckung
Verlängerung des lateralen Retinakulums
Z-Plastik, verlängert den Kapselbandapparat
Tuberositasversatz
Versatz des Streckapparates am Unterschenkel, verlagert Patella nach unten und/oder innen
Osteotomie
knöcherne Eingriff am Oberschenkel, korrigiert X-Bein und/oder Einwärtsdrehung
Trochleaplastik
Korrektur des Gleitlagers am Oberschenkel - verbessert Patellagleiten in Beugung
Unsere Knie-Experten
Erfahrene Spezialisten für Patellaluxation und Kniechirurgie