Arthrose
Arthrose am Sprunggelenk und Rückfuß – wenn Fehlstellungen das Gelenk belasten
Bei einer Arthrose am Sprunggelenk oder im Rückfuß ist der Gelenkknorpel zunehmend verschlissen. Dadurch können Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und eine zunehmende Belastungsunsicherheit entstehen. Häufig entwickelt sich die Arthrose als Folge einer Fehlstellung des Fußes oder Sprunggelenks, nach früheren Verletzungen oder aufgrund angeborener Veränderungen. Wenn die Gelenkflächen stark geschädigt sind und die Beschwerden trotz konservativer Behandlung anhalten, kann eine operative Versteifung des betroffenen Gelenks – eine Arthrodese – sinnvoll sein. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und dem Fuß wieder eine belastbare, stabile Stellung zu geben.
Eine Arthrose kann grundsätzlich Menschen jeden Alters betreffen. Bei angeborenen Fehlstellungen oder deutlichen Achsabweichungen kann der Gelenkverschleiß bereits in jüngeren Jahren auftreten. Auch nach Verletzungen oder langjähriger Fehlbelastung kann sich eine fortschreitende Arthrose entwickeln. Entscheidend für die Behandlung sind das Ausmaß des Gelenkverschleißes, die bestehende Fehlstellung und die individuellen Beschwerden.
Wie eine Arthrose entsteht
Eine Arthrose entsteht, wenn die schützende Knorpelschicht eines Gelenks zunehmend geschädigt wird. Beim Sprunggelenk und Rückfuß können Fehlstellungen die Belastung dauerhaft auf einzelne Gelenkbereiche konzentrieren. Dadurch wird der Verschleiß begünstigt und kann sich mit der Zeit verstärken.
- Angeborene Fehlstellungen des Fußes oder Rückfußes
- Fehlstellungen nach Verletzungen oder Operationen
- Dauerhafte Fehlbelastung einzelner Gelenkabschnitte
- Fortgeschrittener Knorpelverschleiß im Sprunggelenk oder Rückfuß
- Instabilität und veränderte Belastungsachsen des Fußes
- Wiederholte Überlastung bei bestehender Fehlstellung
Symptome
Die Beschwerden hängen davon ab, welches Gelenk betroffen ist und wie weit die Arthrose fortgeschritten ist. Typisch sind Schmerzen unter Belastung und eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit.
Belastungsschmerzen
Schmerzen treten insbesondere beim Gehen, längeren Stehen oder auf unebenem Untergrund auf.
Bewegungseinschränkung
Das Sprunggelenk oder der Rückfuß wird zunehmend steif und Bewegungen werden schwieriger.
Fehlstellung
Eine zunehmende Fehlstellung kann die Belastung verändern und Schmerzen sowie Instabilität verstärken.
Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose am Sprunggelenk und Rückfuß
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, dem Ausmaß des Gelenkverschleißes und der zugrunde liegenden Fehlstellung. Bei leichteren Beschwerden können zunächst gelenkerhaltende Maßnahmen eingesetzt werden. Bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose mit ausgeprägten Schmerzen und Fehlstellung kann eine operative Behandlung erforderlich werden. Die Arthrodese hat dabei das Ziel, das schmerzhafte, verschlissene Gelenk dauerhaft zu stabilisieren. Am oberen Sprunggelenk besteht zusätzlich noch die Möglichkeit der Implantation einer Sprunggelenksendoprothese.
Bei der Entscheidung für eine Arthrodese werden die betroffenen Gelenke, die Stellung des Fußes und die Belastungsachse sorgfältig beurteilt. Insbesondere bei angeborenen Fehlstellungen oder komplexen Fehlstellungen nach früheren Eingriffen ist eine individuelle Planung wichtig.
Therapieoptionen
Gelenkerhaltend und operativ – passend zur Ursache und zum Ausmaß der Arthrose
Entlastung und Anpassung der Belastung
Je nach Beschwerden können zunächst Maßnahmen zur Entlastung und Anpassung der Belastung eingesetzt werden. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion im Alltag möglichst lange zu erhalten.
Schuhversorgung und orthopädische Hilfsmittel
Eine angepasste Schuhversorgung oder orthopädische Unterstützung kann die Belastung des betroffenen Gelenks verändern und den Fuß im Alltag entlasten.
Korrektur der Fehlstellung
Liegt dem Gelenkverschleiß eine ausgeprägte Fehlstellung zugrunde, kann deren Korrektur Teil der operativen Behandlung sein. Die genaue Vorgehensweise richtet sich nach der individuellen Anatomie und den betroffenen Gelenken.
Arthrodese des betroffenen Gelenks
Bei fortgeschrittener Arthrose wird das stark geschädigte Gelenk operativ versteift. Dadurch sollen schmerzhafte Bewegungen ausgeschaltet und eine stabile, belastbare Fußstellung erreicht werden.
Komplexe Rückfußarthrodese
Bei fortgeschrittenem Verschleiß mehrerer Rückfußgelenke kann eine Versteifung mehrerer Gelenke erforderlich sein. Ziel ist eine schmerzärmere und stabile Belastung des Fußes. Am oberen Sprunggelenk ist zusätzlich der endoprothetische Gelenkersatz möglich.
Endoprothetischer Gelenkersatz am oberen Sprunggelenk
Am oberen Sprunggelenk besteht zusätzlich die Möglichkeit, statt der Versteifung eine Sprunggelenksendoprothese einzusetzen. Welcher Weg infrage kommt, wird anhand der betroffenen Gelenke, der Stellung des Fußes und der Belastungsachse beurteilt.
Häufige Fragen zur Arthrose am Sprunggelenk und Rückfuß
Was ist eine Arthrodese?
Wann ist eine Arthrodese am Sprunggelenk oder Rückfuß sinnvoll?
Kann eine Fehlstellung eine Arthrose verursachen?
Was passiert bei einer Arthrodese mit der Beweglichkeit?
Ist eine Arthrodese auch bei angeborenen Fehlstellungen möglich?
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