Zum Hauptinhalt springen

SLOPE-KORREKTUR BEI BEINACHSENFEHLSTELLUNG

Methode

Slope-Korrektur bei veränderter posteriorer Tibiainklination

Dauer

60 bis 90 Minuten

Erholungszeit

4 bis 6 Monate

Die Slope-Korrektur ist ein spezialisiertes osteotomisches Verfahren zur Veränderung des posterioren Tibiagleitwinkels („posterior tibial slope"). Ein zu steiler Slope kann das Risiko für eine erneute Kreuzbandruptur erhöhen oder bestehende Instabilitäten verstärken – insbesondere nach erfolgter Kreuzbandplastik.

Ziel der Operation ist die Wiederherstellung eines physiologischen Neigungswinkels der Tibiaplateaufläche, was die Kniegelenksstabilität verbessert und die vordere Translation der Tibia reduziert. Die präoperative Planung erfolgt anhand sagittaler MRT- und Röntgenbilder.

Ablauf der Operation

Die Slope-Korrektur wird typischerweise als anterior schließende oder öffnende Osteotomie, je nach Fehlstellung, unterhalb des Ansatzes der Patellarsehne, am Tibiaplateau durchgeführt. Je nach Technik erfolgt die Korrektur durch gezielte Keilentnahme oder Keilöffnung und wird mit einer winkelstabilen Platte gesichert. Eine intraoperative Durchleuchtung gewährleistet die korrekte Ausrichtung und Fixierung.

Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose. Die Nachbehandlung richtet sich nach der Stabilität der Osteosynthese und eventuellen Begleitmaßnahmen (z. B. Kreuzbandrevision, Meniskusrefixation).

Rehabilitation nach Slope-Korrektur

Die Rehabilitation erfolgt stufenweise in enger Abstimmung mit Orthopäden und Physiotherapeuten. Ziel ist die schrittweise Wiederherstellung von Funktion, Belastbarkeit und Stabilität des operierten Kniegelenks.

Phase I (0–6 Wochen): Schutz und Einheilung
  • Teilbelastung mit Unterarmgehstützen (15–20 kg)
  • Kühlung, Hochlagerung, Thromboseprophylaxe
  • Passive Bewegungsübungen (CPM), isometrische Übungen
Phase II (6–12 Wochen): Mobilisation und Muskelaufbau
  • Steigerung der Belastung bei gesicherter Knochenheilung
  • Aktive Bewegungstherapie, Ergometer, Muskelkräftigung
  • Koordinationstraining, Schulung der Beinachse
Phase III (ab Woche 12): Funktionelle Integration
  • Sportartspezifisches Training, Lauf- und Sprungschulung
  • Rückkehr zu Beruf und Sport je nach Verlauf
  • Evaluation durch Funktionstests (z. B. Sprungtests)