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DISTALE MINIMALINVASIVE OSTEOTOMIE (DMDO)

Methode
Perkutane Osteotomie des Mittelfußknochens zur Druckentlastung
Dauer
20 bis 40 Minuten
Erholungszeit
6 bis 12 Wochen

Die distale minimalinvasive diaphysäre Osteotomie – kurz DMDO – nimmt den Druck von einer Wunde unter dem Fußballen, ohne die Wunde selbst zu eröffnen. Sie kommt beim diabetischen Fußsyndrom zum Einsatz, wenn ein Geschwür unter einem Mittelfußköpfchen trotz Schuhversorgung, Einlagen und Wundbehandlung nicht abheilt.

Die Ursache eines solchen Geschwürs ist fast immer mechanisch: Ein Mittelfußknochen steht tiefer als seine Nachbarn und trägt bei jedem Schritt mehr Last, als die Haut darüber verträgt. Solange diese Druckspitze bleibt, heilt die Wunde nicht dauerhaft ab – sie kehrt nach jeder Abheilung an dieselbe Stelle zurück.

Ablauf der Operation

Über einen Zugang von wenigen Millimetern an der Fußoberseite wird eine feine Fräse an den Mittelfußknochen geführt. Unter Durchleuchtung wird der Knochen schräg durchtrennt – ein Stück oberhalb des Köpfchens, im Schaft. Der Schnitt liegt damit außerhalb des Wundgebiets, das beim diabetischen Fuß häufig keimbesiedelt ist.

Das Köpfchen ist danach nicht mehr starr geführt und weicht unter der Belastung nach oben und hinten aus. Es sucht sich die Höhe, in der sich die Last gleichmäßig auf alle Mittelfußköpfchen verteilt. Fixiert wird nichts: Es bleiben weder Schrauben noch Platten im Fuß, an denen sich ein Infekt festsetzen könnte.

Wann die DMDO infrage kommt

Wir schlagen den Eingriff vor, wenn eine Wunde unter einem Mittelfußköpfchen über Wochen besteht oder immer wiederkehrt, obwohl entlastet wird – und wenn die Durchblutung ausreicht, damit der Knochen heilen kann. Ist ein Infekt im Knochen, wird er zuerst behandelt.

Der Eingriff ist auch vorbeugend sinnvoll, wenn die Haut an einer Stelle immer wieder schwielig wird und kurz vor dem Aufbrechen steht. Wird der Druck vorher genommen, entsteht die Wunde gar nicht erst. Liegt die Wunde unter dem fünften Mittelfußköpfchen, beziehen wir häufig die Nachbarknochen mit ein – sonst verlagert sich die Druckspitze nur nach nebenan.

Nachbehandlung nach der DMDO

Der Fuß darf früh wieder belastet werden – das ist einer der Vorteile des Verfahrens. Entscheidend sind der Verbandschuh und die regelmäßige Kontrolle der Wunde.

Phase I (0–2 Wochen): Verbandschuh und Wundkontrolle
  • Belastung im Verbandschuh ab dem ersten Tag, soweit es die Wunde zulässt
  • Regelmäßiger Verbandwechsel, Kontrolle der Wundverhältnisse
  • Hochlagern und Kühlen gegen die Schwellung
  • Thromboseprophylaxe nach ärztlicher Anordnung
Phase II (2–6 Wochen): Knöcherne Heilung
  • Weiter Verbandschuh, Belastung nach Beschwerden
  • Röntgenkontrolle, um die Stellung des Köpfchens zu beurteilen
  • Abschwellende Maßnahmen, Lymphdrainage bei Bedarf
  • Anpassung der Einlagen- oder Schuhversorgung vorbereiten
Phase III (ab Woche 6): Zurück in den Alltagsschuh
  • Übergang in den angepassten Alltags- oder Maßschuh
  • Weiterhin tägliche Sichtkontrolle des Fußes
  • Regelmäßige Verlaufskontrollen, um eine neue Druckstelle früh zu erkennen

Unsere Fuß-Experten

Erfahrene Spezialisten für minimalinvasive Fußchirurgie und den diabetischen Fuß